Landau in der Pfalz führt das Verkehrsmanagement in die Zukunft
NEWS
Mit einem einsatzbereiten Digital Twin.
Was wäre, wenn Verkehrsmanager Staus erkennen könnten, bevor sie entstehen?
Was wäre, wenn sie Emissionen vorhersagen könnten, bevor diese ansteigen, und Maßnahmen ergreifen könnten, bevor Umweltziele beeinträchtigt werden? Und was wäre, wenn sie Änderungen an der Infrastruktur in einer virtuellen Umgebung testen könnten, bevor sie Anpassungen auf realen Straßen vornehmen?
In der deutschen Stadt Landau in der Pfalz ist dies keine Zukunftsvision mehr – es ist Realität.
Digital Twin in Landau in der Pfalz
ERGEBNISSE
50.000
Einwohner profitieren von Digital Twin
40
LSA-geregelte Kreuzungen einbezogen
2.000
Straßenabschnitte im städtischen Netz
Anfang 2026 hat SWARCO einen voll funktionsfähigen Digital Twin in Betrieb genommen, der das Verkehrsnetz der Stadt kontinuierlich abbildet und Echtzeit-Einblicke, kurzfristige Prognosen sowie Szenario basierte Entscheidungshilfen liefert. Im Gegensatz zu vielen Digital-Twin-Initiativen, die im Konzept- oder Pilotstadium stecken bleiben, ist die Lösung in Landau in der Pfalz bereits live, in den täglichen Betrieb integriert und unterstützt aktiv Entscheidungen im Verkehrsmanagement.
Der „Digital Twin“ versorgt eine Stadt mit rund 50.000 Einwohnern und umfasst etwa 40 LSA-geregelte Kreuzungen sowie ein Straßennetz aus rund 2.000 modellierten Straßenabschnitten. Vor allem aber zeigt er, wie Städte aus ihrer bereits vorhandenen Infrastruktur erheblichen Mehrwert schöpfen können.
Vorhandene Daten in verwertbare Erkenntnisse umwandeln
Das Prinzip des Digital Twin ist bemerkenswert einfach: Man nutzt die bereits verfügbaren Daten.
Anstatt auf externe Datenanbieter zurückzugreifen oder neue Sensornetzwerke einzuführen, nutzt das System Informationen von bestehenden Lichtsignalanlagen und Schleifendetektoren, die mit der cloudbasierten Verkehrsmanagement-Plattform von SWARCO verbunden sind. Verkehrszählungen und Lichtsignaldaten werden kontinuierlich erfasst und in den Digital Twin eingespeist, wodurch eine Live-Verbindung zwischen dem physischen Straßennetz und seinem virtuellen Gegenstück entsteht.
Dieser Ansatz ermöglicht es Städten, die Rendite ihrer bestehenden Infrastrukturinvestitionen zu maximieren und gleichzeitig den Implementierungsaufwand zu minimieren.
Ein lebendiges Modell der urbanen Mobilität
Der Digital Twin erstellt eine detaillierte Darstellung des Straßennetzes von Landau in der Pfalz auf Fahrspurebene. Jeder Straßenabschnitt, jede Fahrspurverbindung, jeder Zeitplan der Lichtsignalanlagen und jede Verkehrssteuerungsstrategie werden in der virtuellen Umgebung nachgebildet.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Verkehrssimulationen, die für einmalige Studien verwendet werden, arbeitet dieses Modell kontinuierlich. Anhand von realen Verkehrsmessungen wird die Simulation ständig aktualisiert, sodass das virtuelle Netz rund um die Uhr mit den tatsächlichen Verkehrsbedingungen synchronisiert bleibt.
QUOTE
"Das Ergebnis ist weit mehr als eine Visualisierungsplattform. Es handelt sich um eine dynamische, datengesteuerte Umgebung, die den Betreibern hilft, nicht nur zu verstehen, was gerade geschieht, sondern auch, was als Nächstes wahrscheinlich passieren wird."
Vom reaktiven zum proaktiven Verkehrsmanagement
Verkehrsmanagement war bisher traditionell reaktiv. Betreiber erkennen Staus, Verzögerungen oder Vorfälle und reagieren erst, nachdem das Problem die Verkehrsteilnehmer bereits beeinträchtigt hat.
Der Digital Twin verändert diesen Ansatz.
Mithilfe von KI-basierten Prognosen in Kombination mit mikroskopischer Verkehrssimulation sagt die Plattform kontinuierlich die Verkehrsbedingungen bis zu einer Stunde in die Zukunft voraus. Alle fünf Minuten erstellt das System neue Prognosen und berechnet wichtige Leistungsindikatoren für das gesamte Netzwerk.
Dazu gehören:
- Verkehrsfluss,
- Fahrzeuggeschwindigkeiten,
- Warteschlangenlängen,
- Netzdichte,
- Servicegrad (LOS) und
- Emissionen
Durch die Vorhersage dieser Indikatoren, bevor sich die Bedingungen verschlechtern, gewinnen die Betreiber wertvolle Zeit, um proaktiv zu reagieren.
Wenn das System beispielsweise für die nächsten 30 bis 45 Minuten zunehmende Staus entlang einer Hauptverkehrsachse vorhersagt, können Verkehrsmanager Entlastungsmaßnahmen ergreifen, bevor sich Staus bilden. Ebenso lassen sich Gebiete, in denen mit erhöhten Emissionen zu rechnen ist, frühzeitig identifizieren, was Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele unterstützt.
Operative Entscheidungen ermöglichen
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal des Einsatzes in Landau in der Pfalz ist die Fähigkeit, Erkenntnisse mit Maßnahmen zu verknüpfen.
Der Digital Twin ist in operative Verkehrsmanagementstrategien integriert, sodass prognostizierte Bedingungen vordefinierte Reaktionen auslösen können. Auf der Grundlage der vorhergesagten Verkehrsentwicklung können die Betreiber die Lichtsignalschaltungen anpassen, Korridorstrategien aktivieren oder andere Maßnahmen zum Netzmanagement umsetzen.
Dadurch wird der Digital Twin von einem Überwachungsinstrument zu einem praktischen Entscheidungshilfesystem, das Städten dabei hilft, die Mobilität in Echtzeit zu optimieren. Anstatt die Verkehrsbedingungen lediglich zu beobachten, können die Betreiber diese aktiv gestalten.
Ein leistungsstarkes Werkzeug für die Planung
Die Vorteile gehen über den täglichen Betrieb hinaus. Derselbe Digital Twin kann auch genutzt werden, um zukünftige Szenarien und Infrastrukturänderungen zu bewerten, bevor diese in der Praxis umgesetzt werden.
Verkehrsingenieure können Fahrspurkonfigurationen ändern, Geschwindigkeitsbegrenzungen anpassen, vorübergehende Straßensperrungen einführen oder Baustellen-Szenarien direkt im Modell testen. Das System simuliert dann die Auswirkungen dieser Änderungen entweder anhand benutzerdefinierter Verkehrsmuster oder anhand der aktuellen Verkehrslage.
So können Entscheidungsträger wichtige Fragen klären, bevor sie Investitionen tätigen oder betriebliche Änderungen vornehmen:
- Was passiert, wenn eine Fahrspur gesperrt wird?
- Wie wirken sich Baustellen auf nahegelegene Kreuzungen aus?
- Welche Auswirkungen hat eine neue Verkehrsführung auf Staus und Emissionen?
Durch das Testen von Alternativen in einer risikofreien virtuellen Umgebung können Städte fundiertere Entscheidungen treffen und kostspielige Überraschungen vermeiden.
Ergebnisse aus der Praxis
Da die urbane Mobilität immer komplexer wird, benötigen Städte neue Instrumente, um ihre Verkehrsnetze ganzheitlich zu verstehen und zu steuern.
Der in Landau in der Pfalz eingesetzte Digital Twin zeigt, wie bestehende Verkehrsinfrastruktur, Echtzeitdaten, KI-Prognosen und Simulationen zu einer einzigen operativen Plattform kombiniert werden können, die sowohl das tägliche Verkehrsmanagement als auch die langfristige Planung unterstützt. Vor allem aber beweist er, dass Digital Twin längst keine theoretischen Konzepte mehr sind. Es handelt sich um praktische, einsatzfähige Lösungen, die Städten dabei helfen, von einem reaktiven Verkehrsmanagement zu einem proaktiven Mobilitätsmanagement überzugehen.
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