Eine Schleuse aus den 1930er-Jahren zukunftssicher zu machen, ohne ihren historischen Charakter zu beeinträchtigen – genau das ist die Herausforderung bei der Schleuse Bosscheveld in Maastricht. Im Auftrag von Rijkswaterstaat führt das Konsortium Mourik-SWARCO eine umfassende Modernisierung durch. Erneuert werden die Schleusentore, Antriebssysteme und Steuerungstechnik. So wird sichergestellt, dass sie künftig wieder sicher und zuverlässig betrieben werden kann, während ihr denkmalgeschütztes Erscheinungsbild erhalten bleibt.

Die Herausforderung: Technik und Denkmalschutz

Die Schleuse Bosscheveld war mit veralteten mechanischen Anlagen und Steuerungssystemen konfrontiert, die die Betriebssicherheit zunehmend gefährdeten. Gleichzeitig steht die Anlage unter Denkmalschutz, sodass nicht einfach beliebige Komponenten ersetzt oder verändert werden können. Jedes Detail – von Zäunen und Farbkonzepten bis hin zur Gestaltung der Antriebssysteme – muss den Vorgaben der zuständigen Gestaltungskommissionen und der niederländischen Denkmalbehörde (RCE) entsprechen.

Die Kombination aus moderner Technik, historischer Substanz und den Anforderungen des Umfelds macht dieses Projekt alles andere als gewöhnlich, und erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

QUOTE

„Manchmal steht die technisch optimale Lösung im Widerspruch zu den Anforderungen des Denkmalschutzes. Deshalb arbeiten wir von Anfang an eng mit Rijkswaterstaat und allen relevanten Stakeholdern zusammen, um Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten funktionieren.“

Louis Galjé project foto Louis Galjé, Project Manager E&I bei SWARCO

Ein Team, klar definierte Rollen

Die Modernisierung der Schleuse Bosscheveld ist ein gemeinsames Projekt von Mourik Infra und SWARCO im Auftrag von Rijkswaterstaat. Mourik ist für die mechanischen und baulichen Arbeiten verantwortlich, während SWARCO die Bereiche Elektrotechnik, Instrumentierung und Automatisierung übernimmt. Gemeinsam mit Rijkswaterstaat wurde ein zweistufiger Ansatz gewählt, um festzulegen, welche Maßnahmen erforderlich sind, wie diese am besten umgesetzt werden können und in welchem Zeitrahmen die Arbeiten erfolgen.

Der Umfang des Projekts ist beträchtlich. Ende 2024 wurde gemeinsam mit Rijkswaterstaat der Projektumfang definiert und die Vorentwurfsphase gestartet. Im Frühjahr 2025 begann die Ausarbeitung des endgültigen Designs. Bis zum Sommer 2025 wurde der finale Leistungsumfang festgelegt, bevor im Herbst desselben Jahres die Umsetzung startete.

Inzwischen wurde bereits das erste Hubtor am Unterhaupt – über 15 Meter breit und rund 80 Tonnen schwer – erfolgreich ausgebaut, gereinigt und zur Aufarbeitung transportiert. Zudem wurden neue Antriebssysteme und Schaltschränke installiert. Anfang 2026 wurde das Notbetriebssystem erfolgreich in Betrieb genommen. Anschließend wird das überarbeitete Schleusentor wieder eingebaut und in seine ursprüngliche Position gehoben.

Danach beginnt die nächste Projektphase, in der das zweite Hubtor am Oberhaupt nach dem gleichen Prinzip modernisiert wird. Die Arbeiten laufen bis Ende 2026, wenn die Schleuse wieder vollständig betriebsbereit sein wird.

QUOTE

„Klare Kommunikation macht den Unterschied. Alle Beteiligten wissen, was wir tun, wann wir es tun und warum. Das schafft Vertrauen und sorgt für Akzeptanz im Umfeld.“

Louis Galjé project foto Louis Galjé, Project Manager E&I bei SWARCO

Das Gleichgewicht zwischen Technik und Zusammenarbeit

Neben den technischen Arbeiten spielen Kommunikation und Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle. Anwohner, Unternehmen, Einsatzkräfte und die Schifffahrt werden über Newsletter, eine Projektwebsite und regelmäßige Abstimmungen kontinuierlich informiert.

Ein wertvolles Lernprojekt

Für SWARCO ist dieses Projekt eine wertvolle Erfahrung im Bereich der Wasserverkehrsinfrastruktur. Die gewonnenen Erkenntnisse werden dazu beitragen, zukünftige Projekte noch intelligenter und sorgfältiger umzusetzen.

QUOTE

„Es ist etwas Besonderes, an einem denkmalgeschützten Bauwerk zu arbeiten. Wenn am Ende alles wieder reibungslos funktioniert, weiß man, dass man einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines Stücks niederländischer Geschichte geleistet hat.“

Louis Galjé project foto Louis Galjé, Project Manager E&I bei SWARCO

Nehmen Sie Kontakt mit SWARCO Nederland B.V.

Contact

Sprechen Sie mit unseren Experten, um mehr über unsere Arbeit an Schleusen zu erfahren.
Contact us
SWARCO Nederland Managing Director Raymond Janssen

Lassen Sie sich inspirieren

Weitere Nachrichten

artikel

SWARCO ITS VMS patent

SWARCO verteidigt Patent EP 2 643 717 erfolgreich in UPC-Nichtigkeitsverfahren

SWARCO hat die Gültigkeit des europäischen Patents EP 2 643 717 vor dem Einheitlichen Patentgericht (UPC) in Paris erfolgreich verteidigt. In seiner Entscheidung vom 25. Juni 2026 wies das Gericht eine Nichtigkeitsklage ab und bestätigte das Patent in seinem vollen Umfang.

Jetzt Artikel lesen

artikel

Warum veraltete Verkehrstechnik heute ein Risiko für das Verkehrsnetz darstellt

SWARCO und zahlreiche Branchenkollegen unterstützen die „Stuck on Red“-Kampagne von ITS UK. Das Ausmaß der Herausforderung ist kaum zu übersehen: In England gelten bereits heute rund 15.000 Steuergeräte für Lichtsignalanlagen als technisch veraltet. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird diese Zahl voraussichtlich auf 18.000 steigen – das entspricht 61 Prozent des gesamten Bestands. Es handelt sich dabei nicht um ein Randthema, sondern um ein zunehmend strukturelles Problem, das die Resilienz und langfristige Leistungsfähigkeit unserer Verkehrsnetze beeinträchtigt.

Jetzt Artikel lesen